„Café Willkommen“ für Flüchtlinge gegründet / 14-tägige Treffen geplant / IG West hat Initiative übernommen

Rund 30 Bürger wollen sich in West engagieren

Im Bürgertreff West (Valentin-Bauer-Straße 18) startete das "Café Willkommen" mit rund 30 Ehrenamtlichen. Sie möchten den über rund 150 Flüchtlingen, die bereits im Stadtteil West leben, in unterschiedlicher Weise helfen. Leider kamen zur Eröffnung noch keine Flüchtlinge - dieses neue Angebot mit Treffen im Rhythmus von vierzehn Tagen muss sich wohl noch etablieren.

Das Café initiierte die "IG West", die sich seit 1998 um das Wohl des Stadtteils und seiner Bürger kümmert. Deren Vorsitzende Karola Steinruck dankte den Ehrenamtlichen für ihr Kommen und machte deutlich, dass die Flüchtlinge hier im Stadtteil willkommen seien.

"Wir möchten helfen und dafür sorgen, dass die Menschen sich bei uns hier wohlfühlen", sagte Antonio Priolo, Ortsvorsteher der nördlichen Innenstadt. Er räumte auch ein, dass die Stadt mit der Unterbringung der zahlreichen Menschen ein Problem habe. Er dankte der "IG West" für deren Engagement für die Integration.

Quartiersmanager Martin Armingeon freute sich über die große Hilfsbereitschaft der Bürger. Auch die städtische Integrationsbeauftragte Hannele Jalonen dankte für den dritten Ort der Begegnung mit Menschen, die ihre Heimat wegen Krieg und Verfolgung verlassen mussten. Auch in der Pfingstweide und in Mitte sollen Cafés zur Begegnung mit Flüchtlingen entstehen, so Jalonen. Bei Kuchen und Kaffee konnten sich die Ehrenamtlichen schon einmal kennenlernen und sich austauschen. Im Gespräch mit dem "MM" erzählten die Ehrenamtlichen, wie sie unterstützen möchten.

Erste Ideen skizziert

"Ich habe Zeit, würde gerne Stadtteilführungen machen und bin auch gut in Deutsch", sagte Klaus Herrmann (59). "Ich habe einen dreijährigen Sohn, bin Pädagogin und könnte den Mamas Fragen rund ums Kind beantworten. Ich könnte sie aber auch zum Spielplatz mitnehmen", erzählte Romina Wilhelm (35). "Ich weiß noch nicht, wie ich mich einbringen kann. Das muss ganz spontan ergeben", sagte Arno Taglieber (72).

"Ich würde gerne mit meinen Sprachkenntnissen in Englisch und Französisch helfen. Ich kann aber hier im Bürgertreff nach dem Café das Geschirr spülen oder im Stadtteil Flyer austragen", meinte Charlotte Kamdem (64). "Ich wollte mich generell mal informieren. Seit meiner Ausbildung wohne ich im Stadtteil und würde mich gern einbringen. Aber ich muss abwarten und erfahren, was die Flüchtlinge brauchen", sagte Maria Rentschler (20).

Nächstes Treffen: 1. Oktober, 16:30 Uhr, Valentin-Bauer-Str. 18

(Mannheimer Morgen vom 21.09.2015)

Stadtrat Hans-Joachim Weinmann im Interview mit der Rheinpfalz

„Raus aus den eigenen vier Wänden“

Hans-Joachim Weinmann (69) ist seit Juli Behindertenbeauftragter der Stadt Ludwigshafen. Er vertritt die Interessen von über 18 000 Behinderten und will sie motivieren, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Interview spricht er über seinen persönlichen Bezug zu dem Thema, Erfahrungen in der Innenstadt und seine Ziele.

Behinderte: Weinmann neuer Beauftragter

Als neuer Behindertenbeauftragter der Stadt hält Hans-Joachim Weinmann (69) am Montag von 10 bis 12 Uhr im Stadthaus Nord seine erste Sprechstunde ab. In seinem Ehrenamt will er Ansprechpartner für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen sein. Im Oktober soll sich ein Behindertenbeirat konstituieren, der die Interessen von rund 18.000 behinderten Menschen in der Stadt vertritt. Weinmann gehört seit 1989 der SPD-Stadtratsfraktion an; von 1997 bis 2001 war er deren Vorsitzender.

 

Kontakt: Sprechstunden sind an jedem ersten und dritten Montag im Monat von 10 bis 12 Uhr und an jedem ersten und dritten Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Stadthaus Nord, Zimmer 409. Kontakt: Telefon 0621/504-3603, E-Mail hans-joachim.weinmann@ludwigshafen.de.

(Rheinpfalz vom 16.08.2014)