Geschichte des Stadtteils West

Der Stadtteil West ist der kleinste Stadtteil Ludwigshafens und wurde im Zuge der Bildung der Ortsbezirke Ludwigshafens in den 1960er Jahren geschaffen. Er setzt sich aus Teilen der Gemarkungen Friesenheim, Ludwigshafen sowie Mundenheim zusammen.

Aus der Geschichte

Mit dem Bau der Pfälzischen Ludwigsbahn 1847 und der Bahnstrecke Mainz–Ludwigshafen 1853 wurde die Struktur des Stadtteils West entscheidend festgelegt. Ab etwa 1890/95 entstanden die ersten Gebäude des Stadtteils West. Entlang der Grenze des heutigen Stadtteils West und auf dem Gebiet selbst siedelten sich Fabriken und Betriebe an. Unter anderem wurde 1897 die Ludwigshafener Ziegeleiwerke von Heinrich Holz gegründet sowie im Jahre 1860 die Eisengießerei- und Maschinenfabrik der Johannes Roth AG, die später Zulieferer für die BASF wurde.

Bild: historische Luftaufnahme des Schlachthofs, Quelle: Stadtarchiv Ludwigshafen

 

1856 wurde der heutige Hauptfriedhof als zentraler Friedhof für die Stadt Ludwigshafen und die Vororte angelegt. Die erste Bebauung entstand 1895 an der Amalienstraße, etwa 1900 sodann entlang der Frankenthaler Straße und um den Schlachthof. Der Städtische Schlachthof wurde 1905 in Betrieb genommen, 1963 wurde auf dem Gelände ein Fleischgroßmarkt eröffnet, der zehn Jahre später schloss. Die Gebäude und Anlagen dienen heute verschiedenen Betrieben als Standort, außerdem der Gastronomie und dem Arbeiter-Samariter-Bund.

Bild: Abriss des Schlachthofs, Quelle: Stadtarchiv Ludwigshafen

 

In den 1920er Jahren entstanden sodann Reihenhäuser. 1939 hatte das "Schlachthofviertel" 3400 Einwohner in 1030 Wohnungen. Auch im Stadtteil steht ein Bunker des Zweiten Weltkriegs, der 2001 die Ausstellung " Als Feuer vom Himmel fiel" beherbergte.

 

 

 

 

Bild: Bunker im Stadtteil West

 

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges 1945 waren 20 % der Wohnungen im Krieg zerstört. Die Valentin-Bauer-Siedlung wurde 1956 bezugsfertig. Ihr Name löste den Namen „Schlachthof-Viertel“ nach und nach ab.

In der Bayreuther Straße wurden 1959 Obdachlosen- und Notunterkünfte errichtet, die Ende der 1960er durch neuere Bauten ersetzt wurden. 1961 verteilten sich 7000 Einwohner auf 2030 Wohnungen. Die 1960er Jahre bescherten dem Stadtteil den Neubau zweier Kirchen, die kath. Heilig-Kreuz-Kirche und die evangelische Matthäuskirche.

Bild: Bayreuther Straße, Quelle: Stadtarchiv Ludwigshafen

 

In den 1980er Jahren wurde die Straßenbahntrasse gegen Ende der Frankenthaler Straße nach Süden neu trassiert. Da man starkes Bevölkerungs-wachstum erwartete, wurde die neue tiefer gelegene Straßenbahnstation Heinrich-Pesch-Haus gebaut und die Straßenführung für eine zu bauende Nord-Südachse angelegt. In den 1990 Jahren wurden an der Wollstraße Containerunterkünfte für Asylbewerber errichtet, die 2007 aufgelöst wurden.

Bild: Überblick über Grünzweig-Straße, Quelle: Stadtarchiv Ludwigshafen

 

(Quelle: Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stadtarchiv Ludwigshafen)