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Gedanken zur Atomkraft

10 gute Gründe zum Atomausstieg

Oft belächelt, noch öfter unterschätzt. Das Thema Atomausstieg, wird in manch einer politischen Diskussionsrunde völlig außen vor gelassen. Viele glauben sogar, dass es egal ist, dass der gute Saft aus der Steckdose uns eines Tages teuer zu stehen kommt....nicht nur auf der Abrechnung Ihres Energielieferanten.


1. Atomkraft ist eine Risikotechnologie
Spätestens seit dem Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl wissen wir: Die Erzeugung von Strom durch Atomkraftwerke birgt das Risiko einer nuklearen Katastrophe mit weiträumiger Freisetzung von Radioaktivität. Tote, Verletzte, unbewohnbare Regionen und weltweite Angst waren die Folge der Tschernobyl-Katastrophe. Und die aktuellen Störfälle in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel zeigen, dass ältere Kraftwerke besonders störanfällig sind. Wir wollen, dass sie möglichst schnell abgeschaltet werden. Die Risikotechnologie Atomkraft kann kein Modell für eine Energie versorgung der Zukunft sein.

2. Atomkraft schafft keine neuen Arbeitsplätze
In der Atombranche gibt es im Vergleich zur restlichen Energiebranche nur wenig Beschäftigte: Zurzeit arbeiten hier rund 38.000 Beschäftigte. Erneuerbare Energien sind dagegen ein Jobmotor. Mehr als 200.000 Menschen haben hier zukunftsfähige Arbeitsplätze. Tendenz: steigend.

3. Atomkraft behindert Innovationen
Längere Laufzeiten für Atomkraftwerke blockieren notwendige Innovationen für eine neue, effiziente Energiewirtschaft – und schieben damit eineneffektiveren Klimaschutz auf die lange Bank.

4. Atomkraft macht uns abhängig von Uranimporten
Deutschland ist bei der Atomenergie zu 100 Prozent abhängig von Uranimporten. Aktuelle Zahlen belegen, dass es weltweit nur noch 4,7 Millionen Tonnen wirtschaftlich abbaubares Uran gibt. Beim gegenwärtigen Jahresverbrauch reicht das nur noch für 65 Jahre – bei einem weiteren Ausbau der Atomenergie würden die Uranvorräte noch früher zu Ende gehen.

5. Atomkraft schafft keine Versorgungssicherheit
Mit Atomkraft werden zurzeit nur 3 Prozent des weltweiten Primärenergiebedarfes erzeugt. Würde ihr Anteil zum Beispiel auf 12 Prozent steigen, müssten 1500 neue Atomkraftwerke gebaut werden. Dies zeigt: Atomkraft hat keine wirkliche Perspektive – eine zukunftsfähige Energieversorgung ist mit ihr nicht zu machen.

6. Atomkraft ist teuer und unrentabel
Atomkraft ist nur für die Betreiber profitabel – die Rechnung zahlt die Gesellschaft. Besonders mit alten, abgeschriebenen Atomkraftwerken lassen sich enorme Gewinne erzielen. Für die Kunden wird der Strom nicht billiger. Bestes Beispiel ist Baden-Württemberg: Viel Atomkraft – und dennoch hohe Strompreise.

7. Atomkraft leistet keinen Beitrag zum Klimaschutz
Die Erzeugung von Strom aus Atomkraft ist nicht CO2-frei, wenn man ihren gesamten Weg – von der Gewinnung des Urans an – berücksichtigt. Klimaschutz ist der letzte Strohhalm, an den sich die Verfechter der Atomkraft klammern, weil ihnen bessere Argumente fehlen.

8. Atomkraft erzeugt radioaktive Abfälle
Die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist noch immer ungeklärt. Es gibt bislang keine Lösung, wie die strahlenden Abfälle über tausende Jahre sicher gelagert werden können. Diese Last dürfen wir unseren Kindern und Enkeln nicht aufbürden.

9. Atomkraft ermöglicht Missbrauch und Waffen
Die Gefahr einer kriminellen Nutzung von radioaktivem Material kann nie ganz ausgeschlossen werden. Die Atomkrafttechnologie schließt immer auch die Möglichkeit des Baus einer Atombombe mit ein. Angesichts wachsender Terrorgefahr und der vielen Krisenherde müssen wir diese Gefahr dauerhaft eindämmen.

10. Der Atomausstieg ist seit über 20 Jahren sozialdemokratische Politik
Das Engagement gegen Atomkraft hat in der SPD lange Tradition. 2000 hat die SPD-geführte Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder den Atomausstieg vereinbart. Auch heute stehen wir für den Ausstieg aus der Atomkraft und für eine öko logische Industriepolitik, die auf den Einsatz von energieeffizienter Spitzentechnologie, auf Energie sparen und eine Zukunft mit erneuerbaren Energien setzt.